Krankenbesuchsdienst

Mein Name ist Stefan Lau. Ich hatte im September ’89 einen schweren Autounfall und war rund zwei Jahre in verschiedenen Krankenhäusern. Ich weiß, dass dort jeder Tag gefühlte 100 Stunden hat.
Als ich angesprochen wurde, ob ich den Besuchsdienst übernehmen könnte, weil ich ja quasi vom Fach wäre, sagte ich gleich „Ja freilich, gerne sogar“.
Ich bin im Krankenhaus schon sehr gut bekannt, ja sogar in der Küche.
Im Krankenhaus darf man den Humor nicht vergessen. Wenn man mit einem Lachen ins Zimmer kommt, und mit lauter Stimme fragt „Wo liegt denn der Lieblingspatient der Station?“, dann wird erst mal geschmunzelt.
Meistens frage ich dann: „Und, wo klemmt’s? Kann ich was für Sie tun, soll ich etwas besorgen oder sind Sie mit etwas unzufrieden?" Dann gehe ich los und versuche mein Möglichstes.
Auf die Frage, woher ich weiß, dass jemand im Krankenhaus ist, sage ich schon mal: "Sie fehlen in der Gemeinde, man fragt schon nach Ihnen!"
Wenn ich frage, ob man den Krankensegen möchte, sagen die meisten ja. Manche spüren auch, dass es bald zu Ende geht – dann fließen auch mal die Tränen.
Wenn ich die Dankbarkeit der Menschen sehe, dann tut das auch mir gut, und es gibt mir die Kraft für meinen Dienst, der - so sagt Pfarrer Franz Walden - sehr wichtig ist.