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Mitglieder des Pfarrgemeinderates
Von links:Silke Stohr, Benedikt Kramer,
Günter Tretter, Gottfried Ferder, Luise Kramer
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Zur Geschichte der Pfarrei
Die Pfarrei Bösenreutin ist erstmals
1275 in den Steuerakten des Bistums Konstanz erwähnt. Aus
einer Urkunde vom Jahr 1335 geht hervor, dass der Pfarrer auch
die kleinere, aber wohl ältere St. Johannes Kirche auf dem
Hohenberg (heute Johannisberg, Zeisertsweiler) zu versorgen
hatte. Sie wurde wohl gegen Ende des Dreißigjährigen
Krieges (1646/1647) zerstört, 1818 war die Ruine noch zu
sehen.
Nachweislich seit dem 14. Jahrhundert
hatte das Frauenstift Lindau das Patronatsrecht inne, zu dem
auch die Berufung des Pfarrers gehörte. In der Zeit der
Reformation wurde die Äbtissin 1534 von der Stadt
gezwungen, einen evangelischen Prediger einzusetzen. 1546 wurde
in Bösenreutin die römische Liturgie abgeschafft.
Doch wohl nur wenige Jahre später wurde wieder die
katholische Messe gefeiert.
Im 17. Jahrhundert wurde die Pfarrei mit
Geistlichen des Stifts besetzt, die an Sonn- und Festtagen und
sooft es die Seelsorge erforderte, von Lindau herauf kamen. Der
Pfarrhof war verpachtet. Erst in der zweiten Hälfte des
18. Jahrhunderts wurde die Pfarrstelle in Bösenreutin von
stiftischen Ämtern klar getrennt.
Nach der Auflösung des Lindauer
Frauenstifts im Zuge der Säkularisation ging das Patronat
1806 an das Königreich Bayern. 1821 wurde die Pfarrei der
Diözese Augsburg zugeordnet.
Zur Geschichte der Pfarrkirche St.
Nikolaus
Mit dem Bau der heutigen Kirche wurde Ende
des 15. Jahrhunderts begonnen. Ein Ablassbrief vom Jahr 1502
besagt, dass das bestehende, wegen seines hohen Alters
baufällige Gotteshaus abgerissen und am alten Platz neu
errichtet wurde. Noch erhalten ist eine wohl aus diesem Anlass
gegossene Glocke vom Jahr 1476 (heute im Besitz des
Heimatmuseums Wangen). An einem Sonntag vor dem Fest des hl.
Pelagius (28. August) wurde die neue Kirche dem hl. Nikolaus
geweiht (1502 wird zudem der hl. Ulrich als Patron genannt).
Das Jahr der Weihe ist unbekannt.
In den 1730er Jahren wurde die Kirche nach
Westen erweitert und mit einer Empore versehen, was auch der
Kirchenmusik zugute kam. 1817 wurde die erste Orgel
angeschafft, seit 1834 sind auch Ausgaben für Musikanten
verzeichnet, 1873 wurde ein Kirchenchor gegründet. Weitere
Baumaßnahmen waren die Erhöhung des Kirchturms
(1884) und der Anbau einer Sakristei (1897), die sich zuvor im
Turm befand.
Seit 1855 wurden Chorraum und Schiff der
Kirche dreimal umfassend renoviert, zuletzt zwischen 1958 und
1982. Dabei hat sich die Innenausstattung stark verändert.
Das heutige Altarbild von Otto Kobel wurde im Jahr 2000
eingesetzt, der Volksaltar wurde am 06. Dezember 2003 geweiht.
Eine ausführliche Geschichte der
Pfarrei und der Kirche St. Nikolaus Bösenreutin, hg. vom
Verein für Heimatpflege und Förderung der Dorfkultur
Bösenreutin e.V., ist über das Pfarramt
erhältlich.
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